Im Jahr 2004 fanden sich mehrere Hoteliers in Deutschland zusammen, die von dem gemeinsamen Interesse beseelt waren, im Rahmen ihrer spezifischen Branche die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung voranzutreiben. Diese lose Zusammenarbeit mündete vier Jahre später in der Gründung eines Hotelverbunds, der sich den Namen Embrace gab. Der Großteil der Hotels, die heute den Embrace-Verbund bilden, befindet sich in Deutschland, ein kleinerer in anderen EU-Staaten. Zu den knapp 50 Embrace-Hotels zählt auch das Hotel Masatsch der Lebenshilfe in Oberplanitzing.
Das Interesse an Inklusion und deren Förderung artikulieren sich bei Embrace in einer doppelten Hinsicht. Den ersten Aspekt bildet die Arbeitsinklusion, da Embrace-Hotels wesentlich auf die Mitarbeit von Menschen mit Beeinträchtigung bauen. Mehr als die Hälfte der insgesamt rund 1.000 Mitarbeiter/innen leben mit einer Benachteiligungen und haben in ihrem jeweiligen Betrieb eine reguläre Anstellung gefunden. Sie arbeiten im Service, in der Küche, an der Rezeption oder im Housekeeping, werden ihren Stärken gemäß eingesetzt und ihren Bedürfnissen gemäß unterstützt und begleitet. Auf diese Weise trägt jede einzelne Person jene Verantwortung, die ihr zumutbar ist. Außerdem entwickelt sie sich im Idealfall zu einer versierten Fachperson, die ihren Job zur vollen Zufriedenheit der Gäste verrichtet.
Unter dem Motto „Als Gast willkommen, als Mensch erwünscht“ steht der zweite Aspekt des Interesses an Inklusion und deren Förderung. Wenn die Embrace-Hotels darauf ausgerichtet sind, Urlaub für alle anzubieten, dann bedeutet dies ein klares Bekenntnis zur Barrierefreiheit, dank welcher Menschen mit Beeinträchtigung jeglicher Art und Form ein angenehmer Aufenthalt garantiert wird. Der Embrace-Katalog, der zunächst zwischen Stadthotels, Landhotels, Tagungs-Hotels und Gästehäusern differenziert, ermöglicht mit zahlreichen und detaillierten Informationen über die jeweiligen Ausstattungen eine umsichtige Wahl. Der Guide wurde im Jahr 2020 erstmals publiziert. Wer ihn durchblättert, findet auf Seite 112 durchaus ansprechende Ausführungen zum Hotel Masatsch der Lebenshilfe.
Als Verbund bietet Embrace seinen Mitgliedern auch eine Reihe von Leistungen an. Er stellt sich als Plattform zur Vernetzung auf, wo Erfahrungen ausgetauscht und von Mitarbeiter/inne/n Weiterbildungskurse absolviert werden können. Außerdem unterstützt er seine Mitglieder in ihrer Öffentlichkeitsarbeit und bei ihrem Marketing. Ebenso tritt Embrace regelmäßig bei Messen auf und trägt auf diese Weise entscheidend zur breiten Sensibilisierung der Bevölkerung für die Anliegen von Menschen mit Beeinträchtigung bei, in deren Welten „Inklusion“ und „Teilhabe“ existenzielle Dauerthemen sind.
„Gemeinsam mehr erreichen“: auch dies ist eines der Mottos von Embrace. Wobei das, was sich zusammentut, durch Vielfalt gekennzeichnet ist. Diese bezieht sich auf die Mitarbeiter/innen mit Beeinträchtigung, dann aber auch auf die Betriebe in ihrer Ganzheit. „Genau diese Verschiedenheit“, so lesen wir bei Embrace, „trägt dazu bei, das volle Potential aus unseren Mitgliedshotels herauszuholen. Jedes unserer Verbundhotels bringt so eigene Stärken und Ideen mit in die Embrace-Familie, die bei regelmäßigen Treffen zusammengetragen werden. Als Mitglied profitieren Sie von dieser langjährigen Erfahrung und dem geballten Wissen von mittlerweile mehr als 50 Hotels europaweit.“
Lebenshilfe Südtirol