Die Lebenshilfe stellte im Laufe der Jahre immer ein Angebot an Tätigkeiten bereit, das sich auf den wertvollen Beitrag von Freiwilligen stützt. Die Zusammenarbeit basiert darauf, dass jede/r Freiwillige besser als jede/r andere weiß, in welchem Bereich er/sie sich engagieren möchte, und seine/ihre Stärken und Fähigkeiten so einbringt, dass diese in den jeweils bevorzugten Einsatzbereichen optimal genutzt werden können. Auf der anderen Seite gewinnen die Freiwilligen selbst zusätzliche Kompetenzen, von denen sie persönlich und vielleicht auch beruflich profitieren.
Das Thema „Freiwilligenarbeit“ erlangte in den letzten Jahren aufgrund der aktuellen Veränderungen und deren Auswirkungen auf den sozialen und wirtschaftlichen Kontext, den Arbeitsmarkt und die Bevölkerungsstruktur eine zentrale Bedeutung.
Um diesen Wandel zu bewältigen und neue Herausforderungen zu meistern, rief die Lebenshilfe unter der Begleitung des Dachverbands für Soziales & Gesundheit im Jahr 2024 einen Prozess ins Leben, der als „Qualitätsmanagement in der Freiwilligenarbeit“ bezeichnet wird. Ziel ist es, die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Freiwilligenarbeit im sozialen und gesundheitlichen Bereich hervorzuheben. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, sich mit den richtigen Instrumenten auszustatten, um die Chancen zu nutzen und die zukünftigen Herausforderungen im Management der Freiwilligenarbeit zu bewältigen. Die erste Phase des Prozesses „Qualitätsmanagement in der Freiwilligenarbeit“ wurde mit der Verleihung des Qualitätssiegels „Volunteering Plus“ an die Lebenshilfe durch den Dachverband für Soziales & Gesundheit abgeschlossen.
Da es sich dabei um einen Prozess handelt, endet dieser natürlich nicht mit dem Erwerb des Siegels. Im Gegenteil: eigentlich beginnt dieser damit erst. Qualität muss konsequent und im Rahmen einer kontinuierlichen Aktualisierung der internen Prozesse angestrebt werden. Zu diesem Zweck wurde beschlossen, in interne Ressourcen zu investieren und das den Freiwilligendienst verwaltende Team durch eine/n weitere/n Ansprechpartner/in zu verstärken.
Der Schwerpunkt wird darauf liegen, die Verwaltung der Freiwilligen mit einem diversifizierten Ansatz qualitativ und quantitativ voranzutreiben und dabei im Laufe der Zeit an mehreren Fronten zu agieren. Es wird darauf ankommen, a) ein klares und ansprechendes Angebot zu schaffen, das bereits für potenzielle Interessenten attraktiv ist, b) die aktuellen demografischen Veränderungen zu berücksichtigen, c) junge Menschen möglicherweise bereits ab dem Schulalter anzusprechen, d) innovative Formen der Freiwilligenarbeit zu entwickeln, e) mit anderen privaten Vereinigungen und mit öffentlichen Institutionen zusammenzuarbeiten und f) ein System zum proaktiven Management der Freiwilligen aufzubauen.
Ein Qualitätsmanagement-System für Freiwilligenarbeit erweist sich nicht nur für die Freiwilligenarbeit selbst als nützlich, sondern indirekt auch für den gesamten Verband, da es für jede Organisation eine gute Übung ist, über die Qualität der Freiwilligenarbeit nachzudenken, um sowohl die eigenen Aktivitäten zu hinterfragen als auch sich der eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden.
Lebenshilfe Südtirol